Katze abgeben: Wege, Kosten und was du beachten solltest
Allergie, Umzug, ein Baby, eine Trennung, eine Katze, die mit dem neuen Partner oder dem neuen Kater nicht klarkommt: Katzen werden aus denselben Gründen abgegeben wie Hunde — nur leiser, weil sie weniger auffallen. Für die Katze ist die Abgabe genauso einschneidend. Was du tun kannst, damit sie gut ankommt.
Vorher: Lässt es sich lösen?
Bei Allergie lohnt der Weg zum Allergologen — nicht jede Reaktion auf „Katze" ist eine Katzenallergie, und manchmal helfen Maßnahmen wie ein katzenfreies Schlafzimmer und Luftfilter. Bei Unsauberkeit steckt fast immer etwas dahinter (Blasenentzündung, Stress, falsches Klo, zu wenige Klos in Mehrkatzenhaushalten): Tierarzt zuerst, dann eine Katzenverhaltensberatung. Bei Streit zwischen Katzen hilft oft eine begleitete Neu-Zusammenführung mit mehr Ressourcen — Klos, Futterplätze, erhöhte Liegeplätze. Bei Baby oder Umzug reicht meist Vorbereitung; Katzen kommen mit beidem besser klar, als ihr Ruf sagt.
Wenn es trotzdem nicht geht: Die Abgabe ist die verantwortungsvolle Entscheidung — mit den richtigen Schritten.
Die Wege
Zurück zur Herkunft. Kommt die Katze aus dem Tierschutz, sieht dein Schutzvertrag die Rückgabe an den Verein oder das Tierheim vor — und seriöse Einrichtungen nehmen ihre Tiere lebenslang zurück. Ruf an, auch nach Jahren. Beim Züchter steht die Rücknahme oft im Kaufvertrag.
Tierheim. Anrufen, nicht spontan hinfahren. Tierheime nehmen Abgabekatzen auf, wenn Platz ist — und Platz ist knapp, besonders von Mai bis Oktober, wenn die Kittenwelle rollt. Rechne mit Wartezeit. Bei der Abgabe unterschreibst du einen Abgabevertrag, mit dem das Eigentum übergeht, und zahlst eine Gebühr, je nach Tierheim etwa 30 bis 150 Euro. Beantworte die Fragen zu Verhalten, Freigang, Verträglichkeit und Krankheiten ehrlich; das entscheidet über die nächste Vermittlung.
Tierschutzverein mit Pflegestellen. Für scheue, alte oder sehr menschenbezogene Katzen, die in einer Tierheimgruppe untergehen würden, meist die bessere Wahl. Manche Vereine bieten Vermittlungshilfe an, bei der die Katze bis zur Vermittlung bei dir bleibt und der Verein Interessenten, Vorkontrolle und Schutzvertrag übernimmt — der schonendste Weg, weil ein Umzug wegfällt.
Selbst vermitteln. Im eigenen Umfeld gut, öffentlich mit Regeln: Schutzgebühr statt „zu verschenken", Kennenlernen bei dir und bei den Interessenten, ein Schutzvertrag nach Muster der Tierschutzverbände, Chip ummelden. Skeptisch werden bei allen, die keine Fragen stellen, sofort abholen wollen oder gleich mehrere Katzen „für den Hof" suchen. Unkastrierte Katzen gibst du nicht privat ab — siehe unten.
Was bei Katzen besonders ist
Kastration. Gib keine unkastrierte Katze ab, die älter als etwa fünf Monate ist — weder ans Tierheim (die kastrieren ohnehin) noch privat. In vielen Städten und Gemeinden gilt für Freigänger eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht per Katzenschutzverordnung; und unkastrierte Katzen sind der Grund, warum Tierheime im Sommer überquellen.
Kitten. Frühestens mit zwölf Wochen abgeben, geimpft und gechippt, möglichst zu zweit — Katzenkinder allein zu vermitteln ist heute in seriösen Kreisen ein No-Go. Und die Mutterkatze kastrieren lassen, bevor der nächste Wurf kommt.
Freigänger oder Wohnungskatze. Sag es klar. Eine Katze, die zehn Jahre Freigang hatte, wird in einer Stadtwohnung unglücklich; eine reine Wohnungskatze kennt draußen keine Autos. Das ist eine der wichtigsten Informationen für die Vermittlung.
Zwei Katzen, die zusammengehören, sollten zusammen bleiben — sag das ausdrücklich, Tierheime und Vereine vermitteln Paare, wenn sie es wissen. Der Ruf „Katzen sind Einzelgänger" ist überholt; für viele ist der Partner der einzige feste Punkt beim Umzug.
FIV, FeLV, chronische Erkrankungen. Ein positiver Test ist kein Todesurteil und kein Grund, ihn zu verschweigen — aber er entscheidet darüber, in welche Gruppe oder welchen Haushalt die Katze kann.
Was mitgehen sollte
Impfpass, Chipnummer und Registrierung, Tierarztunterlagen, das gewohnte Futter, die vertraute Decke, wenn möglich das gewohnte Katzenstreu (Katzen sind da eigen), Transportbox — und eine Beschreibung: Freigang oder nicht, wie sie mit Menschen, Kindern, Katzen und Hunden ist, was sie liebt, wovor sie Angst hat, ob sie Medikamente nimmt.
Was du nicht tun solltest
Aussetzen ist eine Straftat und für eine Hauskatze meist tödlich — „die kommt schon klar" stimmt nicht. Bei einem Bauernhof „abstellen" ohne Absprache ebenso wenig. Und „gratis an Selbstabholer" bringt Katzen an Menschen, die sie als Futtertiere, zum Vermehren oder als Mäusefänger ohne Tierarzt nehmen.
Und Pawfect Click?
Auf Pawfect Click inserieren nur Tierheime und Tierschutzvereine, keine Privatpersonen. Gibst du deine Katze an eine dieser Einrichtungen, bekommt sie dort ein Profil, das über unser Matching Menschen gezeigt wird, zu denen sie passt — Wohnungskatze zu Wohnungsmenschen, Freigängerin zu Menschen mit sicherem Garten. Die Vermittlung selbst liegt bei der Einrichtung. Für dich heißt das: Ruf beim Tierheim oder Verein in deiner Nähe an. Das ist der Weg, der für deine Katze am ehesten gut ausgeht.
FAQ
Was kostet es, eine Katze im Tierheim abzugeben?
Je nach Tierheim etwa 30 bis 150 Euro Abgabegebühr, für unkastrierte, alte oder kranke Katzen manchmal mehr. Kommt die Katze aus dem Tierschutz, ist die Rücknahme durch den ursprünglichen Verein meist kostenlos.
Nimmt das Tierheim meine Katze sofort?
Selten. Tierheime müssen Fundtiere aufnehmen; Abgabekatzen nehmen sie, wenn Platz ist — im Sommer und Herbst, wenn die Kitten kommen, ist der knapp. Lass dich auf die Warteliste setzen und frag parallel bei Vereinen mit Pflegestellen oder nach Vermittlungshilfe von zu Hause aus.
Kann ich meine Katze über Pawfect Click abgeben?
Nicht direkt — auf Pawfect Click inserieren nur Tierheime und Tierschutzvereine. Über eine dieser Einrichtungen bekommt deine Katze dort ein Profil mit Matching. Die Vermittlung läuft immer über die Einrichtung.
Muss ich meine Katze vor der Abgabe kastrieren lassen?
Wenn du sie privat abgibst und sie älter als etwa fünf Monate ist: ja. Tierheime und Vereine kastrieren selbst, freuen sich aber, wenn es schon erledigt ist. Für Freigänger gilt in vielen Kommunen ohnehin eine Kastrationspflicht.
Kann ich zwei Katzen zusammen abgeben?
Ja, und wenn sie zusammengehören, solltest du das ausdrücklich sagen. Tierheime und Vereine vermitteln Paare gemeinsam, wenn sie es wissen — für die Katzen ist der vertraute Partner beim Umzug der wichtigste Halt.