Hund abgeben: So findet er ein gutes Zuhause
Wer nach „Hund abgeben" sucht, hat meist schon lange gerungen. Umzug, Trennung, Krankheit, ein Kind mit Allergie, ein Job, der alles frisst, oder ein Hund, der einfach nicht in dieses Leben passt — die Gründe sind selten leicht, und Vorwürfe helfen niemandem, am wenigsten dem Hund. Was hilft: zu wissen, welche Wege es gibt und welcher davon für deinen Hund der beste ist. Darum geht es hier.
Zuerst: Gibt es eine Lösung, bei der er bleibt?
Manchmal ja, und es lohnt sich, das ehrlich zu prüfen, bevor du weiterliest. Bei Verhaltensproblemen bringt eine gute Trainerin oft in wenigen Wochen mehr, als man glaubt — viele Tierschutzvereine vermitteln Kontakte. Bei Zeitmangel gibt es Gassi-Service, Hundetagesstätten und Hundesharing (siehe Hund trotz Vollzeitjob). Bei Krankheit, Klinikaufenthalt oder einer akuten Krise nehmen einige Tierheime und Vereine Hunde vorübergehend auf oder vermitteln eine Pflegestelle auf Zeit — frag danach, das Angebot ist wenig bekannt. Bei Vermieterproblemen hilft manchmal ein Gespräch mit einer schriftlichen Zusage zu Haftpflicht und Verhalten.
Und manchmal ist die Antwort trotzdem Nein. Dann ist die Abgabe keine Niederlage, sondern die verantwortungsvolle Entscheidung — vorausgesetzt, du gehst sie richtig an.
Weg 1: Zurück dorthin, wo er herkam
Kommt dein Hund aus dem Tierschutz, steht in deinem Schutzvertrag fast sicher, dass er an den Verein oder das Tierheim zurückgeht — das ist deine Pflicht, aber vor allem dein Recht: Seriöse Einrichtungen nehmen ihre Tiere lebenslang zurück, kennen den Hund und wissen, was er braucht. Ruf an, auch nach Jahren. Kommt er vom Züchter, schau in den Kaufvertrag: Viele seriöse Züchter nehmen ihre Hunde zurück oder helfen bei der Vermittlung.
Weg 2: Das Tierheim
Der bekannteste Weg, und für viele Hunde ein guter. Wie es läuft: Du rufst an — nicht spontan vorbeikommen —, schilderst Hund und Grund und bekommst einen Termin oder einen Platz auf der Warteliste. Wartezeiten sind normal: Fundtiere müssen Tierheime aufnehmen, Abgabetiere können sie nur, wenn Platz ist. Bei der Abgabe unterschreibst du einen Abgabevertrag, mit dem das Eigentum an das Tierheim übergeht, und zahlst eine Abgabegebühr — je nach Tierheim etwa 50 bis 300 Euro, manchmal mehr für alte oder kranke Hunde. Sie deckt einen Teil der Kosten für Unterbringung und Tierarzt.
Das Tierheim wird dir viele Fragen stellen: Alleinbleiben, Kinder, Katzen, Auto, Krankheiten, Beißvorfälle. Beantworte sie ehrlich — das ist das Wertvollste, was du deinem Hund mitgeben kannst. Ein verschwiegener Beißvorfall führt zur nächsten Fehlvermittlung, und die trifft ihn, nicht dich. Ein Anspruch darauf, später zu erfahren, wohin er vermittelt wurde, besteht meist nicht; viele Tierheime geben trotzdem auf Nachfrage Bescheid.
Weg 3: Ein Tierschutzverein mit Pflegestellen
Für Hunde, die im Zwinger leiden würden — ängstliche, alte, sehr menschenbezogene —, ist ein Verein, der mit Pflegestellen arbeitet, oft der bessere Weg. Manche Vereine bieten „Vermittlungshilfe von Zuhause aus" an: Der Hund bleibt bis zur Vermittlung bei dir, der Verein übernimmt Inserat, Vorauswahl, Vorkontrolle und Schutzvertrag. Für den Hund ist das die schonendste Variante, weil ihm ein Umzug erspart bleibt. Auch rassespezifische Nothilfen (Windhunde, Herdenschutzhunde, Jagdhunde, Doggen und viele mehr) arbeiten so und kennen die passenden Interessenten.
Weg 4: Selbst vermitteln — mit Regeln
Im eigenen Umfeld ist die private Vermittlung oft die beste: Die Kollegin, deren Kinder deinen Hund kennen, das Paar aus dem Hundeverein. Öffentlich — Kleinanzeigen, soziale Netzwerke — ist sie riskant, weil du dort auch Menschen erreichst, die Hunde weiterverkaufen, vermehren oder schlimmer. Wenn du es tust, dann so:
- Nie „zu verschenken". Verlang eine Schutzgebühr in der Größenordnung eines Tierheims. Wer sie nicht zahlen will, will den Hund auch sonst nicht wirklich.
- Kennenlernen, mehrfach. Spaziergänge, Besuch bei dir, Besuch bei den Interessenten — eine eigene kleine Vorkontrolle.
- Ein Vertrag. Muster für Schutzverträge stellen Tierschutzverbände kostenlos bereit. Rein gehören Rückgaberecht an dich, Weitergabeverbot und die Chipnummer.
- Chip ummelden auf die neuen Halter (Tasso, Findefix), Hundesteuer abmelden.
- Warnsignale ernst nehmen: will den Hund sofort holen, stellt keine Fragen, bietet mehr Geld, „für die Oma", „für den Hof", möchte nicht, dass du die Wohnung siehst. Jedes davon ist ein Nein.
Was dein Hund mitbekommen sollte
Impfpass bzw. EU-Heimtierausweis, Chipnummer und Registrierung, alle Tierarztunterlagen und Medikamente, sein gewohntes Futter für die ersten Tage, Decke oder Körbchen mit vertrautem Geruch, Halsband und Leine — und eine ehrliche, schriftliche Beschreibung: Tagesablauf, was er kann, was ihm Angst macht, wie er mit Menschen, Hunden, Katzen, Kindern, Autofahren und Alleinsein ist, was er nicht mag. Zwei Seiten, die dem Hund Wochen ersparen.
Was du auf keinen Fall tun solltest
Aussetzen ist eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz, mit hohen Bußgeldern — und für den Hund lebensgefährlich. Ihn nachts vor dem Tierheim anbinden ebenso. „Gratis an Selbstabholer" liefert ihn im schlimmsten Fall an Vermehrer oder Hundehandel. Und ihn ohne Vorwarnung einem Bekannten „für ein paar Wochen" zu geben, endet oft in einer Kette von Weitergaben. All das ist vermeidbar, wenn du einen der vier Wege oben gehst.
Der Abschied
Kurz und ruhig. Keine große Szene, dein Hund liest deine Anspannung. Übergib die Unterlagen, sag, was wichtig ist, und geh. Es ist in Ordnung, danach zu trauern — und in Ordnung, später nachzufragen, wie es ihm geht. Wer seinen Hund sorgfältig abgibt, hat ihn nicht im Stich gelassen. Er hat dafür gesorgt, dass es weitergeht.
Und Pawfect Click?
Wir vermitteln keine Tiere von Privatpersonen — auf Pawfect Click stellen ausschließlich Tierheime und Tierschutzvereine ihre Tiere ein. Wenn dein Hund über eine dieser Einrichtungen abgegeben wird, bekommt er dort ein Profil, das über unser Matching Menschen angezeigt wird, deren Alltag zu ihm passt. Die Vermittlung selbst — Auswahl, Vorkontrolle, Vertrag — liegt bei der Einrichtung. Für dich heißt das: Sprich das Tierheim oder den Verein in deiner Nähe an; das ist der Weg, der für deinen Hund am ehesten gut ausgeht.
FAQ
Was kostet es, einen Hund im Tierheim abzugeben?
Je nach Tierheim etwa 50 bis 300 Euro Abgabegebühr, für alte oder kranke Hunde manchmal mehr. Sie deckt einen Teil der Kosten für Unterbringung, Tierarzt und Vermittlung. Kommt der Hund aus dem Tierschutz, ist die Rücknahme durch den ursprünglichen Verein oft kostenlos.
Muss das Tierheim meinen Hund aufnehmen?
Nein. Aufnehmen müssen Tierheime Fundtiere im Auftrag der Kommune; Abgabetiere nehmen sie, wenn Platz ist. Wartezeiten von Wochen sind normal. Ruf an, lass dich auf die Warteliste setzen und frag parallel bei Tierschutzvereinen mit Pflegestellen an.
Kann ich meinen Hund über Pawfect Click abgeben?
Nicht direkt — auf Pawfect Click inserieren nur Tierheime und Tierschutzvereine. Gibst du deinen Hund an eine dieser Einrichtungen ab, kann sie ihn dort mit Profil und Matching einstellen. Die Vermittlung selbst läuft immer über die Einrichtung.
Wie finde ich schnell ein neues Zuhause für meinen Hund?
Am schnellsten und sichersten: Rücknahme durch den Verein oder Züchter, dann Tierschutzvereine mit Pflegestellen oder Vermittlungshilfe von zu Hause aus, dann das Tierheim. Private Vermittlung nur im eigenen Umfeld oder mit Schutzgebühr, Kennenlernen und Vertrag. „Zu verschenken" ist der schnellste Weg — und der gefährlichste.
Erfahre ich, wo mein Hund hinkommt?
Einen Anspruch darauf hast du nach der Abgabe in der Regel nicht; das Tierheim wird Eigentümer und schützt die Daten der neuen Halter. Viele Einrichtungen sagen dir auf Nachfrage trotzdem, ob er vermittelt ist. Bei Vermittlungshilfe von zu Hause aus lernst du die neuen Halter meist selbst kennen.