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Pflegestelle werden: So funktioniert’s

Ohne Pflegestellen gäbe es einen großen Teil des deutschen Tierschutzes nicht: Viele Vereine haben kein Tierheim, sondern nur Menschen, die Tiere für Wochen oder Monate bei sich aufnehmen, bis das richtige Zuhause gefunden ist. Pflegestelle zu sein ist Ehrenamt mit Fell — und der beste Weg, Erfahrung zu sammeln, wenn du selbst noch nicht sicher bist, ob ein eigenes Tier passt.

Was eine Pflegestelle ist

Ein Zuhause auf Zeit. Das Tier gehört weiter dem Verein oder Tierheim; du nimmst es auf, versorgst es und gibst ihm Alltag, bis es vermittelt ist. Der Verein bleibt verantwortlich: Er trägt die Tierarztkosten, sucht die Adoptanten, macht Vorkontrolle und Schutzvertrag. Geregelt wird das in einem Pflegestellenvertrag — lies ihn genauso aufmerksam wie einen Schutzvertrag.

Es gibt verschiedene Formen: Kurzzeit- und Notfallpflege für Tage, die klassische Pflegestelle für Wochen bis Monate, Zwischenstationen für Auslandshunde direkt nach der Ankunft, Aufzuchtstellen für Welpen und Katzenkinder, Pflegestellen für kranke oder alte Tiere — bis zur Dauerpflege, bei der das Tier bleibt und der Verein die Tierarztkosten weiter trägt (siehe Alten Hund adoptieren).

Was du tust

  • Ankommen lassen. Ruhe, Struktur, feste Abläufe — wie bei jedem neuen Tier, siehe Die ersten Tage mit dem Tierheimhund. Viele Pflegetiere haben ein Tierheim, eine Station oder die Straße hinter sich.
  • Alltag beibringen. Stubenreinheit, Leine, Treppen, Auto, Alleinbleiben in kleinen Schritten. Das, was ein Tierheim nicht leisten kann und was ein Tier vermittelbar macht.
  • Beobachten und beschreiben. Wie ist er mit Kindern, Katzen, Besuch, Fahrrädern? Deine ehrliche Beschreibung ist die Grundlage der Vermittlung — und der beste Schutz vor Fehlvermittlungen.
  • Fotos und Videos für das Vermittlungsprofil. Ein Tier auf dem Sofa wird schneller angefragt als eines im Zwinger.
  • Interessenten kennenlernen. Meist findet das Treffen bei dir statt; du gibst dem Verein deine Einschätzung. Entscheiden tut der Verein.
  • Tierarzttermine wahrnehmen, Medikamente geben, bei Auslandstieren die ersten Wochen wie eine Quarantäne handhaben.

Voraussetzungen

Jeder Verein setzt eigene Bedingungen, die Kernpunkte ähneln sich: Zeit (gerade in den ersten Tagen und für Termine), eine Wohnsituation, die zum Tier passt — Mieterlaubnis, ausbruchsicherer Garten oder Balkonnetz —, eigene Tiere, die geimpft, kastriert und verträglich sind, und Erfahrung, die zum Tier passt: Für einen unsicheren Auslandshund braucht es mehr als für eine zutrauliche Hauskatze. Vor der ersten Aufnahme gibt es fast immer eine Vorkontrolle und ein Gespräch.

Die wichtigste Voraussetzung steht in keinem Fragebogen: Du musst loslassen können. Ein Pflegetier zieht aus, wenn es passt — und das tut jedes Mal weh. Wer das nicht will, wird „Pflegestellenversager" (adoptiert das erste Pflegetier selbst) und ist danach keine Pflegestelle mehr. Das ist völlig in Ordnung, nur ehrlich sollte man es sich vorher sagen.

Wer was zahlt

Tierarztkosten trägt der Verein — das ist Standard und sollte im Vertrag stehen. Futter, Streu und Kleinkram zahlen viele Pflegestellen selbst; manche Vereine stellen Futter oder zahlen eine Pauschale. Erstausstattung (Box, Geschirr, Näpfe) hat man nach dem ersten Tier im Schrank. Haftpflicht: Kläre, ob das Pflegetier über die Versicherung des Vereins abgedeckt ist oder deine private Tierhalterhaftpflicht Pflegetiere einschließt — nicht jede tut das. Eine Vergütung gibt es nicht; es ist Ehrenamt.

Wie lange ein Tier bleibt

Von drei Tagen bis zu einem Jahr. Zutrauliche junge Hunde und Katzen sind oft nach zwei bis vier Wochen vermittelt, ängstliche Auslandshunde, Senioren und Tiere mit Befund brauchen Monate. Frag vor der Aufnahme, was der Verein erwartet — und ob du Nein sagen kannst, wenn ein Tier nicht in deinen Haushalt passt. Bei seriösen Vereinen kannst du das immer.

Und wenn du dein Pflegetier behalten willst?

Das passiert oft, und die Vereine kennen es. Meist geht das zu denselben Bedingungen wie jede Adoption — Schutzvertrag, Schutzgebühr —, manchmal mit Vorrang, weil das Tier schon angekommen ist. Sag es früh, bevor Interessenten anreisen.

So wirst du Pflegestelle

Direkt beim Tierheim oder Tierschutzverein in deiner Nähe oder bei einem Auslandstierschutzverein anfragen — die meisten suchen dauerhaft. Dann Fragebogen, Gespräch, Vorkontrolle, Pflegestellenvertrag, erstes Tier. Auf Pawfect Click siehst du bei den Tieren, welche Vereine in deiner Region vermitteln und mit Pflegestellen arbeiten (bei diesen Tieren steht der Standort der Pflegestelle im Profil) — zur Tiersuche. Angefragt und aufgenommen wirst du aber immer beim Verein selbst; wir vermitteln keine Pflegestellen.

Für Vereine, die Pawfect Click nutzen, gibt es die Pflegestellen-Rolle im Cockpit: Der Verein lädt dich ein, du pflegst Beschreibung und Fotos deiner Pflegetiere direkt selbst — die Anfragen der Interessenten laufen weiter über den Verein, der die Vermittlung verantwortet. Wenn dein Verein das noch nicht kennt: Er kann sich jederzeit auf Pawfect Click registrieren.

FAQ

Was kostet es, Pflegestelle zu sein?

Tierarztkosten trägt der Verein. Futter und Kleinkram zahlen viele Pflegestellen selbst, manche Vereine stellen Futter oder eine Pauschale. Eine Bezahlung gibt es nicht — Pflegestelle ist Ehrenamt. Kläre vorher, wer für Schäden haftet, die das Pflegetier verursacht.

Kann ich Pflegestelle sein, wenn ich arbeite?

Ja, wenn die Betreuung passt — dieselben Regeln wie bei einem eigenen Hund: Vier bis fünf Stunden allein sind für viele Tiere machbar, für frisch angekommene Auslandshunde und Welpen nicht. Für Katzen ist Berufstätigkeit meist kein Problem. Sag dem Verein ehrlich, wie dein Alltag aussieht; er wählt passende Tiere aus.

Darf ich mein Pflegetier behalten?

In der Regel ja — zu den üblichen Bedingungen mit Schutzvertrag und Schutzgebühr, oft mit Vorrang vor anderen Interessenten. Sag es dem Verein früh, bevor er Interessenten einlädt.

Wie lange bleibt ein Pflegetier?

Von wenigen Tagen bis zu vielen Monaten. Junge, zutrauliche Tiere sind oft nach zwei bis vier Wochen vermittelt; ängstliche, alte oder kranke Tiere brauchen länger. Frag vor der Aufnahme, was der Verein erwartet, und ob du bei einem Tier auch ablehnen kannst.

Vermittelt Pawfect Click Pflegestellen?

Nein. Pflegestelle wirst du direkt beim Tierheim oder Verein. Auf Pawfect Click siehst du, welche Vereine in deiner Region mit Pflegestellen arbeiten; Vereine, die die Plattform nutzen, können ihre Pflegestellen einladen, damit sie die Profile ihrer Pflegetiere selbst pflegen.